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January 26, 2020
January 26, 2020 Christian Roemer
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In drei Wochen veranstalten wir die dritte Ausgabe von “Wir alle spielen Theater” oder kurz WAST. Mal schauen, wie es die anderen in der UDK machen. Die Konferenz am Wochenende heisst “Performances von Weiblichkeit”.

Das Programm am Vormittag ist den Leitmotiven der Vertreterinnen von Theatertreffen, Pro Qoute und Ensemble-Netzwerk gewidmet. Regiefrauenquote beim TT, die Studie “Frauen in Kultur und Medien”, Strukturwandel, mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit.

Einstieg beim Panel “Young Actresses talking: Junge Frauen auf der Bühne – Klischees, Erwartungen und Erwiderungen.” Die Atmosphäre ist gelöst und konzentriert, der grosse Seminarraum ist auf einer Ebene bestuhlt, alles egalitär. Das Panel beginnt, indem die vier Schauspieler/innen mit Bildern vorgestellt werden, die sie selber kommentieren. Im Schnellverfahren werden Repräsentationsfragen geklärt, dann geht die Runde über zu Erfahrungsberichten aus Stadttheater und freier Szene, der Arbeit mit Castorf, dem Druck zur Verhaltensanpassung, Genderfragen bei der Kostümanprobe uvm. In 60 Minuten vermitteln die vier Frauen einen ganzen Horizont von Gegenwart. Eloquent und präzise in der Beschreibung. Sollte es als Video kommen, poste ich es nochmal. Panel-Highlight.

Hrosvit

Danach ein Input der Regisseurin Marie Schleef, Regieabsolventin der HFS. die über die “Abwesenheit des historischen weiblichen Kanons in der Theaterlandschaft” sprach, und uns unter anderem auf Hrosvit von Gandersheim hinwies, der ersten deutschen Dichterin und Dramatikerin. Mehr zu Marie Schleefs Arbeit hier. Über Ihre Diplominszenierung “Die Fahrt zum Leuchtturm” spricht Sie mit Studierenden hier.

apollon/Balanchine/bolchoi

Krönender Abschluss: Florentine Holzinger, die als Gesprächsgast sehr schlagfertig und unterhaltsam ist. (Hier im “Zeit-Portrait”) Und ihre Arbeit entspannt via Bild und Erzählung darstellen kann. Sie sprach über die Choreographie Apollon Musagète. (Video)

Weil das so interessant war, hier die Kurzbeschreibung der Münchner Kammerspiele: “In „Apollon Musagète“ interpretiert Florentina Holzinger gemeinsam mit einem durchweg weiblichen Cast die gleichnamige Choreografie von George Balanchine neu. Es geht um Apollon, den griechischen Gott der Musik, um den sich drei Musen der Kunst versammeln. Florentina Holzinger übersetzt diesen klassischen Topos in eine zeitgenössische Erzählung über Entfremdung und individuelle Identität im Verhältnis zu Perfektion und Schönheit. Was will die perfekte Frau? Und was will das Publikum von ihr? “

Pressefoto Sophiensäle/ Holzinger/ Appollon

Die Atmosphäre beim Symposium ist respektvoll und zugewandt, man lässt einander ausreden, trotz mittlerer Akustik braucht es keine Mikrofone. Essen und trinken gibt es in einem zweiten Raum. Das Schöne an diesem Nachmittag – es fehlt nichts. Orientierung, Content & Niceness am Start. Inspiration in Gemeinschaft.

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Christian Roemer

Christian is interested in the Mixture of media and Art. His research concentrates on moving images, things which can be switched on and intelligent participation.

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